Das fliegende Klassenzimmer

Deutschland 2003
Regie: Tomy Wiegand
Altersangaben: FSK 0
Länge: 110 Minuten

Inhalt

Der Roman beginnt mit einer Rahmenhandlung, in welcher der Autor als Figur auftritt. Die ersten Kapitel beschreiben, wie er beschließt, im Sommer eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben: Der eingebettete Roman handelt von Gymnasiaten eines Internats kurz vor den Weihnachtsferien. Hauptpersonen sind fünf befreundete Internatsschüler, die für die nahende Weihnachtsfeier ihr Theaterstück Das fliegende Klassenzimmer proben und die Vorweihnachtszeit auf sehr unterschiedliche Weise erleben: Der Klassenprimus Martin Thaler, gerecht und gewissenhaft, der wegen der Armut seiner Eltern über Weihnachten nicht nach Hause fahren kann; der von seinen leiblichen Eltern verlassene Jonathan „Johnny“ Trotz, schweigsam und introvertiert, verbringt Weihnachten im Internat, da sein Adoptivvater ein Überseekapitän ist; Matthias Selbmann, stark, dickfellig und gutmütig, freut sich auf den Punchingball, den er zu Weihnachten bekommen soll; Ulrich „Uli“ von Simmern, sensibel und furchtsam, hat Angst, vor Weihnachten noch Ärger zu bekommen, und der streberhafte, intelligente und komplizierte Sebastian Frank, der Weihnachten und das gegenseitige Beschenken eigentlich für sinnlos erachtet, sich aber dennoch an die Tradition hält. Dazu kommen als Erwachsene Dr. Johann „Justus“ (der Gerechte) Bökh, ihr couragierter Hauslehrer, sowie der „Nichtraucher“, ein freundlicher Gelegenheitspianist, der in einem ausrangierten Nichtraucherwaggon lebt.

Die Geschichte selbst hat keine durchgehende Haupthandlung, sondern besteht aus einzelnen Episoden. Zunächst wird ein Lehrerkind (Rudi Kreuzkamm) mitsamt den Diktatheften seines Vaters von Schülern der traditionell verfeindeten Realschule entführt, wobei es zu ausufernden Keilereien kommt. Der Nichtraucher schlägt vor, dass stellvertretend der stärkste Realschüler (ein Junge namens Heinrich Wawerka) gegen den stärksten Gymnasiasten (Matthias Selbmann) kämpft und der Sieger des Kampfes auch der Sieger des Schulkrieges ist. „Matz“ gewinnt den Kampf, doch die Realschüler brechen ihr Wort und lassen den Gefangenen nicht frei, was Egerland, den Anführer der Realschüler, aus Gewissensgründen dazu veranlasst, seine Position aufzugeben. Die fünf Gymnasiasten müssen ihren Kollegen mit Gewalt befreien, nur um festzustellen, dass die Diktathefte vor den Augen des Gefangenen, Rudi Kreuzkamm, verbrannt wurden. Es folgt die „Bestrafung“ der Kinder durch ihren Hauslehrer Dr. Bökh, der für ihren unerlaubten „Ausgang“ durchaus Verständnis aufbringt und auf eine drakonische Strafe verzichtet, weil er ihre Zivilcourage bewundert. Als Dr. Kreuzkamm, der Lehrer der Klasse, erfährt, was mit den Heften passiert ist, zeigt er sich seinem Ruf gemäß unbeeindruckt, beauftragt jedoch den Gefangenen, mit dem Wissen, dass es sein Sohn Rudi war, er solle seinen Eltern ausrichten, dass sie besser acht auf ihn geben sollten. Zur Belustigung der Schüler entgegnet Rudi seinem Vater ungerührt, er werde dem nachkommen.

Weitere Handlungsstränge sind die Proben für das Theaterstück mit dem Titel „Das Fliegende Klassenzimmer“, das vor Weihnachten aufgeführt werden soll; Ulis Mutprobe, mit der er beweisen möchte, dass er kein Feigling ist und bei der er mit einem Regenschirm in der Hand von einem Klettergerüst springt und sich das Bein bricht; die von den Schülern arrangierte Zusammenführung Dr. Bökhs und seines verloren geglaubten Freundes, genannt „Nichtraucher“; die Heimkehr des Martin Thaler zu seinen armen Eltern, nachdem Dr. Bökh von seiner Armut erfahren hat und ihm Geld schenkt.

Am Ende wird die Rahmenhandlung wieder aufgegriffen und der Autor erzählt, wie er zwei Jahre später mit Johnny zusammentrifft. Alle seine Kameraden und er sind selbstständige Persönlichkeiten geworden, alle auf ihre Weise couragiert und lebensfroh. Bemerkenswerterweise ist Uli nun der durchsetzungsfähigste von allen.

Nach den Olympischen Winterspielen 1936 schrieb Kästner als Fortsetzung eine Kurzgeschichte unter dem Titel: Zwei Schüler sind verschwunden. In dieser Kurzgeschichte reißen die Tertianer Matthias und Uli aus dem Internat in Kirchberg nach Garmisch-Partenkirchen aus, um bei den Winterspielen zuzusehen. Dabei freunden sie sich mit einem englischen Eishockeyspieler an.

Quelle: Wikipedia