Filmkoffer Fremd und doch zu Hause

Was ist eigentlich fremd? Wie geht man mit Fremden um?

Fragen wie diese werden zurzeit bedeutender denn je: Tausende Menschen verlassen aus Furcht vor Verfolgung oder Krieg ihre Heimat und brechen in der Hoffnung auf Zuflucht in für sie unbekannte Länder auf. Nach Deutschland kamen im vergangenen Jahr fast eine Million Flüchtlinge mit der Hoffnung und gleichzeitig der Ungewissheit, was die Zukunft an einem fremden Ort mit sich bringt. Die große Anzahl an MigrantInnen rückt Themen wie Anderssein, Fremdenhass aber auch Integration und Toleranz immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Zur öffentlichen, nicht kommerziellen Vorführung geeignet.

Ausleihgebühr:
Langfilme ( > 45 Minuten): 25 €
Kurzfilme ( < 45 Minuten): 15 €

Armin Wohlfahrt
Tel.: 0361-2218122
medien(at)landesfilmdienst-thueringen.de

Marc Hupfeld
Tel.: 0361-2218114
hupfeld(at)landesfilmdienst-thueringen.de

Der Landesfilmdienst Thüringen e.V. hat passend zu diesen Themen einen Filmkoffer mit ausgewählten Dokumentationen sowie Spiel- und Kurzfilmen für unterschiedliche Altersklassen zusammengestellt, die sich auf Grund des umfangreichen Begleitmaterials insbesondere für den Unterricht in Schulen sowie die Vorführung in Kultur- und Bildungseinrichtungen eignen.

Alle Filme besitzen das Recht zur öffentlichen, nicht kommerziellen Vorführung!
Wir haben für diesen Zweck die Rechte erworben. Dafür erheben wir pro Film eine Gebühr von 25 € bzw. für Kurzfilme von 15 €. Stellen Sie sich die Filme individuell zusammen und kontaktieren Sie unsere Medienbibliothek. Gern beraten wir Sie zum Einsatz der Filme oder verleihen Ihnen Vorführtechnik für eine optimale Präsentation. Planen Sie eine Veranstaltungsreihe oder schulinterne Vorführungen, erstellen wir Ihnen jeweils ein darauf abgestimmtes Angebot.

Spielfilme

Kurzfilme

Märchen und Musik

Dokumentationen

weitere Filme zum Thema Migration

Spielfilme

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2006 I Kurzfilme I 2006 I o.A.

Die DVD enthält sowohl die drei prämierten Amateurfilmproduktionen als auch die weiteren Wettbewerbsbeiträge der Endjury des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2006:

1. Akhona, 1. Preis, 5 Min., Michael Spengler, Münster 2006
Das HIP-HOP-Stück thematisiert das Schicksal des AIDS-Waisen Akhona, der nach dem Verlust seiner Mutter in ein AIDS-Kinderheim in Südafrika kommt. Er sehnt sich danach, bald in sein Heimatdorf und zu seinen Freunden zurückzukehren.

2. Holidays – Vom Krieg überrascht, 2. Preis, 9 Min., Fadia Mansour, Nuhr El-Abbas, Lilian El-Khawas, Wuppertal 2006
Nuhr (19) und Lilian (15) reisen im Juli 2006 aus Deutschland in den Libanon, um bei Verwandten Urlaub zu machen. Nach drei Tagen beginnt der Krieg. Die Mädchen dokumentieren mit Fotoapparat und Handy-Kamera die Bombenangriffe und ihre Flucht.

3. MenschenRecht, 3. Preis, 5 Min., Lichtenberger Boys,
Berlin 2006
Sechs Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren haben aufgeschrieben, was sie persönlich mit dem Thema Menschenrechte verbinden. Ihre Texte bieten sie vor der Kamera individuell als Rap dar.

Weitere Beiträge der Endjury:

– Der kleine Anders, 6 Min., JVA-Filmgruppe Helmut Savini,
Rain 2005
Der kleine Anders wird von den Dorfbewohnern abgelehnt, da er „anders“ ist als sie. Doch dann kommt ein Wesen zu ihm, das „seltsam“ ist. Ein Trickfilm von acht jungen Strafgefangenen zwischen 21 und 24 Jahren.

– Aneinander vorbei, 3 Min., Medienprojekt Wuppertal e.V., Wuppertal 2004
Eine Schülergruppe zeigt an einem Alltagsbeispiel das Problem des „miteinander Auskommens“ verschiedener Kulturen in der Schule. Der Film endet ambivalent.

– Ayda, 3 Min., Wilm Huygen, Köln 2006
Ein Kopftuch tragendes Mädchen in einem Kellerraum. Schaltpläne liegen herum. Sie bastelt geheimnisvoll mit einem Lötkolben.

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2008 I Kurzfilme I 2008 I o.A

Die DVD enthält neben zahlreichen für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2008 nominierten Kurzfilmen auch den semi-dokumentarischen Kurzspielfilm „Oury Jalloh“, der an ein wahres Ereignis anknüpft: Der Asylbewerber Oury Jalloh verbrannte am 7.Januar 2005, an Händen und Füßen gefesselt, in einer Dessauer Polizeizelle auf einer feuerfesten Matratze Freunde Oury Jallohs und andere Asylsuchende spielen sein Leben seit der Ankunft in Deutschland nach und setzen sich mit dem Alltag von Flüchtlingen auseinander. (S.J. Paetau und Team, 30 Min, Kurzspielfilm, 2008)

East is East I 92 min I 1999 I ab 14 Jahren

Salford, Nordengland 1971. George Khan ist stolzer Besitzer eines Fish’n’Chips-Ladens und ebenso stolzer Pakistani. Seine sieben Kinder nennen ihn ‚Dschingis‘, was durchaus nicht immer liebevoll gemeint ist. Denn Despot George versucht mit strenger Hand, seine Nachkommen zu guten Moslems zu erziehen. Meistens werden seine Züchtigungsversuche jedoch schon im Ansatz von seiner englischen Frau Ella zunichte gemacht. Sie hat bei aller Liebe zu ihrem Mann nämlich schon erkannt, dass die Moderne nicht mehr aufzuhalten ist…

En Garde I 94 min I 2004 I ab 12 Jahren

Alice ist 16, als sie von ihrer Mutter in ein katholisches Mädchenheim abgeschoben wird. Wie apathisch erträgt sie dort die Schikanen ihrer Zimmergenossinnen. Ihr hypersensibles Gehör ist symptomatisch für ihren Rückzug nach innen: Alice nimmt Geräusche bedrohlich laut wahr. Nur das kurdische Mädchen Berivan, das auf den positiven Bescheid seines Asylantrags wartet, wirbt um das Vertrauen des schweigsamen Mädchens. Als sich beide für einen Fechtkurs anmelden, spiegeln ihre ersten ungelenken Schritte in dem eleganten Kampfsport auch ihre Beziehung wieder, die zwischen Angriff und Verteidigung, Zuneigung und gekränktem Stolz wechselt. Trotz aller Gegensätzlichkeit freunden sich die beiden an, doch wächst auch die Angst vor Verlust. Als Berivan sich in Ilir verliebt, fühlt sich Alice ausgegrenzt. Sie reagiert mit Drohungen und Aggressionen, bis die Situation schließlich eskaliert.

Geh und lebe I 135 min I 2004 I ab 12 Jahren

Mitte der achtziger Jahre wurden tausende äthiopischer Juden aus sudanesischen Flüchtlingslagern nach Israel ausgeflogen. In den Wirren der Rettungsaktion trennt sich eine Mutter von ihrem 9jährigen Sohn, damit er überleben kann. Sie – eine äthiopische Christin – gibt ihn als Juden aus und schickt ihn nach Israel. Dort gilt er als Waise.

Schlomo wächst in Tel Aviv auf, stets in Sorge, dass er das Land verlassen muss, wenn jemand erfährt, dass er kein Jude ist. Selbst seiner jüdischen Adoptivfamilie gibt er sein Geheimnis nicht preis. Hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Identitäten fühlt er sich einerseits als Äthiopier und Christ, andererseits auch als Jude und gewinnt sogar ein Streitge- spräch über die Tora. So wächst er heran, lernt die Liebe kennen, das Judentum, die westliche Kultur, aber auch rassistische Vorurteile und den Krieg. Eines Tages wird er sein Geheimnis preisgeben. Denn nie wird er seine ursprünliche Identität vergessen: Ein Äthiopier, der überlebt hat.

Kriegerin I 103 min I 2011 I ab 14 Jahren

Die 20-jährige Marisa ist Teil einer rechtsradikalen Jugendclique in einer ostdeutschen Kleinstadt im ländlichen Raum. Ihr Leben ist geprägt von Hass auf Migranten, Juden, die Polizei und eigentlich jeden, der nicht in ihr Weltbild passt. Körperliche Gewalt spielt eine zentrale Rolle im Alltag der Clique, der auch ihr Freund Sandro angehört. Nachdem die Gruppe an einem Badesee die beiden afghanischen Asylbewerber Jamil und Rasul fremdenfeindlich beschimpft und erniedrigt, entsteht ein Streit, in dessen Folge Marisa Jamil und Rasul mit ihrem Auto rammt und Jamil schwer verletzt. Nicht zuletzt auch weil Rasul danach in dem örtlichen Supermarkt, in dem Marisa zusammen mit ihrer Mutter als Kassiererin arbeitet, auftaucht, um Essen bittet und ihr seine hilflose Lage schildert, bekommt sie Gewissensbisse und beginnt, Rasul zunächst mit Essen und einem Schlafplatz sowie später auch in dessen Vorhaben, zu seiner Familie nach Schweden zu fahren, zu unterstützen. Parallel zu Marisas allmählichem Ausstieg aus der Szene findet dagegen die 15-jährige, aus bürgerlichem Haus stammende Svenja verstärkt Anschluss zur rechten Szene, lernt Marisa auf einer Neonazi-Party kennen und ist ab diesem Zeitpunkt akzeptiertes Mitglied der rechten Clique. Marisa, die ihr von Hass und Gewalt dominiertes Umfeld und ihre patriarchal geprägte Beziehung zu ihrem Freund immer mehr in Frage stellt, bleibt schließlich nur die Wahl eines plötzlichen und radikalen Bruchs mit ihrem ehemaligen Leben.

Swetlana I 85 min I 2006 I ab 12 Jahren

Gemeinsam mit ihrer Familie ist die 16-jährige Swetlana von Kasachstan nach Duisburg gezogen. Die fremde Umgebung in Deutschland, die Resentiments, die sie als Russlanddeutsche erfährt, verunsichern sie ebenso wie die Fremdheit, die sie sich selbst gegenüber fühlt. Sie ist kein Kind mehr, will sich abgrenzen von den Eltern und ihrem kulturellen Umfeld und weiß zunächst doch nicht genau, was sie will. Erst langsam gewinnt Swetlana Vertrauen zu sich selbst und ihren Gefühlen. Zwar steht die Entwicklung Swetlanas im Mittelpunkt, doch der Film zeigt weitaus mehr. Wie sich Menschen in einem fremden Land arrangieren, wie sie darum kämpfen, einen neuen Weg zu finden oder auch scheitern, das wird in vielen Facetten gezeichnet.

Dokumentationen

Fremd I 25 min I 2010 I ab 10 Jahren

Was ist eigentlich fremd? Wie geht man mit Fremdem um? Kinder und Jugendliche werden mit Stereotypen und Vorurteilen groß. Auf dieser Didaktischen DVD lernen sie wahrzunehmen, was alles eigentlich ‚fremd‘ ist, und wie sie Vorurteile in sachgemäße Urteile überführen können. Auf diesen Weg der Erkenntnis begleiten sie zwei jugendliche Moderatoren in einer Folge aus der neuen philosophischen Reihe für Kinder von ZDF und Kinderkanal ‚Nächster Halt‘. Beim Nachdenken unterstützen sie ein erwachsener Gesprächspartner sowie bekannte Philosophen in unterhaltsamen Mini-Animationen. Die Erfahrungen eines Jungen mit Migrationshintergrund machen Jugendlichen klar, wie es sich anfühlt, wenn man fremd gemacht wird. Im DVD-ROM-Teil stehen Arbeitsblätter, didaktische Hinweise und ergänzende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

Nur geduldet - Flüchtlingskinder in Deutschland I 90 min I 2008 I o.A.

Nur geduldet sind die angolanischen Brüder Celso und Eduine, Mamadou aus Guinea und die Schwestern Nora und Otilya aus Kinshasa im Kongo. Alle kamen allein, ohne Eltern nach Deutschland in der Hoffnung, hier Zuflucht zu finden. Der Film begleitete die Kinder und Jugendlichen zwei Jahre lang bei ihrem Weg durch den Dschungel der deutschen Ausländergesetzgebung. Vor allem aber erzählte die Langzeitdokumentation davon, wie Eduine und Mamadou, Celso und Nora, Neves und Otilya ein fremdes Land entdecken, wie sie eine fremde Kultur und Sprache erlernen und wie sie sich allein in Deutschland behaupten.

Respekt statt Rassismus I 9 Kurz- und Dokumentarfilme I 2005 I ab 7 bis 16 Jahren

Die neun Kurzfilme dieser DVD und das umfangreiche Begleitmaterial tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche Verständnis für Fremdes entwickeln und lernen, mit Anderen auszukommen und zusammenzuleben. Sie können sich kritisch mit verschiedenen Aspekten des Phänomens Rassismus befassen, Ursachen, Mechanismen und Folgen analysieren, ihre eigene Haltung überdenken. Die Filme sprechen auch die Bereiche Konfliktlösung, Kommunikation und gewaltfreier Umgang untereinander an. Für den fächerübergreifenden Unterricht sehr gut geeignet. Inkl. Begleitmaterial und DVD-ROM Teil mit Arbeitshilfen.