Filme zum Thema Migration

Dokumentationen

Wir alle haben Bilder im Kopf, die für Gelerntes und Erfahrenes stehen, die Orientierungshilfen im Alltag sind und uns bei der Begegnung mit Menschen, die wir noch nicht kennen, helfen und ein Stück Sicherheit vermitteln. Alte Bilder können uns aber auch daran hindern, die Wirklichkeit unvoreingenommen so wahrzunehmen, wie sie ist: vielfältig, komplex und manchmal auch verworren. Deshalb tun wir gut daran, unsere Bilder im Kopf immer wieder zu hinterfragen. Nur so kann Verständnis und Offenheit entstehen. Die 6 Kurzfilme erzählen von Begegnungen verschiedenster Menschen: Eine muslimische Schülerin streitet mit ihrer Lehrerin über das Thema „Kopftuch“, eine Taxifahrerin mit „fremdländischem“ Aussehen muss sich den Fragen ihrer Fahrgäste stellen, ein Slowake und ein Amerikaner geraten über die provokative Aufschrift auf einem T-Shirt in Konflikt …
Auf den Punkt gebracht, manchmal auch komisch und meist mit unerwarteten Wendungen zeigen die Filme, was passiert, wenn Vorurteile und Klischees über tatsächliche oder vermeintliche kulturelle Unterschiede die Wahrnehmung trüben und die Kommunikation bestimmen. Neben der thematischen Auseinandersetzung bietet die DVD auch reichlich Stoff für die Medienpädagogik. Ein solcher transversaler, filmanalytischer Vergleich der sechs Kurzfilme eröffnet neue Perspektiven – entsprechende Erläuterungen und Anregungen finden sich ebenfalls auf der DVD.

Ein Staat muss die grundlegenden Menschenrechte und die körperliche Unversehrtheit seiner Bürger garantieren können. Dieser Schutz verschwindet jedoch, wenn Menschen zu Flüchtlingen werden. Hauptaufgabe von UNHCR ist der internationale Flüchtlingsschutz. UNHCR hilft Flüchtlingen bei der Suche nach dauerhaften Lösungen und entlastet die Aufnahmeländer bei der humanitären Sofort- und Katastrophenhilfe. Auf dieser DVD hat UNHCR 5 Informationsfilme und 4 Filme für den Unterricht zusammengestellt, die über die Arbeit der Organisation, insbesondere jedoch über die Situation von Flüchtlingen berichten.

Was ist eigentlich fremd? Wie geht man mit Fremdem um? Kinder und Jugendliche werden mit Stereotypen und Vorurteilen groß. Auf dieser Didaktischen DVD lernen sie wahrzunehmen, was alles eigentlich ‘fremd’ ist, und wie sie Vorurteile in sachgemäße Urteile überführen können. Auf diesen Weg der Erkenntnis begleiten sie zwei jugendliche Moderatoren in einer Folge aus der neuen philosophischen Reihe für Kinder von ZDF und Kinderkanal ‘Nächster Halt’. Beim Nachdenken unterstützen sie ein erwachsener Gesprächspartner sowie bekannte Philosophen in unterhaltsamen Mini-Animationen. Die Erfahrungen eines Jungen mit Migrationshintergrund machen Jugendlichen klar, wie es sich anfühlt, wenn man fremd gemacht wird. Im DVD-ROM-Teil stehen Arbeitsblätter, didaktische Hinweise und ergänzende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

Nur geduldet sind die angolanischen Brüder Celso und Eduine, Mamadou aus Guinea und die Schwestern Nora und Otilya aus Kinshasa im Kongo. Alle kamen allein, ohne Eltern nach Deutschland in der Hoffnung, hier Zuflucht zu finden. Der Film begleitete die Kinder und Jugendlichen zwei Jahre lang bei ihrem Weg durch den Dschungel der deutschen Ausländergesetzgebung. Vor allem aber erzählte die Langzeitdokumentation davon, wie Eduine und Mamadou, Celso und Nora, Neves und Otilya ein fremdes Land entdecken, wie sie eine fremde Kultur und Sprache erlernen und wie sie sich allein in Deutschland behaupten.

Die neun Kurzfilme dieser DVD und das umfangreiche Begleitmaterial tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche Verständnis für Fremdes entwickeln und lernen, mit Anderen auszukommen und zusammenzuleben. Sie können sich kritisch mit verschiedenen Aspekten des Phänomens Rassismus befassen, Ursachen, Mechanismen und Folgen analysieren, ihre eigene Haltung überdenken. Die Filme sprechen auch die Bereiche Konfliktlösung, Kommunikation und gewaltfreier Umgang untereinander an. Für den fächerübergreifenden Unterricht sehr gut geeignet. Inkl. Begleitmaterial und DVD-ROM Teil mit Arbeitshilfen.

Spielfilme

Die DVD enthält sowohl die drei prämierten Amateurfilmproduktionen als auch die weiteren Wettbewerbsbeiträge der Endjury des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2006:

1. Akhona, 1. Preis, 5 Min., Michael Spengler, Münster 2006
Das HIP-HOP-Stück thematisiert das Schicksal des AIDS-Waisen Akhona, der nach dem Verlust seiner Mutter in ein AIDS-Kinderheim in Südafrika kommt. Er sehnt sich danach, bald in sein Heimatdorf und zu seinen Freunden zurückzukehren.

2. Holidays – Vom Krieg überrascht, 2. Preis, 9 Min., Fadia Mansour, Nuhr El-Abbas, Lilian El-Khawas, Wuppertal 2006
Nuhr (19) und Lilian (15) reisen im Juli 2006 aus Deutschland in den Libanon, um bei Verwandten Urlaub zu machen. Nach drei Tagen beginnt der Krieg. Die Mädchen dokumentieren mit Fotoapparat und Handy-Kamera die Bombenangriffe und ihre Flucht.

3. MenschenRecht, 3. Preis, 5 Min., Lichtenberger Boys,
Berlin 2006
Sechs Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren haben aufgeschrieben, was sie persönlich mit dem Thema Menschenrechte verbinden. Ihre Texte bieten sie vor der Kamera individuell als Rap dar.

Weitere Beiträge der Endjury:

– Der kleine Anders, 6 Min., JVA-Filmgruppe Helmut Savini,
Rain 2005
Der kleine Anders wird von den Dorfbewohnern abgelehnt, da er “anders” ist als sie. Doch dann kommt ein Wesen zu ihm, das “seltsam” ist. Ein Trickfilm von acht jungen Strafgefangenen zwischen 21 und 24 Jahren.

– Aneinander vorbei, 3 Min., Medienprojekt Wuppertal e.V., Wuppertal 2004
Eine Schülergruppe zeigt an einem Alltagsbeispiel das Problem des “miteinander Auskommens” verschiedener Kulturen in der Schule. Der Film endet ambivalent.

– Ayda, 3 Min., Wilm Huygen, Köln 2006
Ein Kopftuch tragendes Mädchen in einem Kellerraum. Schaltpläne liegen herum. Sie bastelt geheimnisvoll mit einem Lötkolben.

Die DVD enthält neben zahlreichen für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2008 nominierten Kurzfilmen auch den semi-dokumentarischen Kurzspielfilm “Oury Jalloh”, der an ein wahres Ereignis anknüpft: Der Asylbewerber Oury Jalloh verbrannte am 7.Januar 2005, an Händen und Füßen gefesselt, in einer Dessauer Polizeizelle auf einer feuerfesten Matratze Freunde Oury Jallohs und andere Asylsuchende spielen sein Leben seit der Ankunft in Deutschland nach und setzen sich mit dem Alltag von Flüchtlingen auseinander. (S.J. Paetau und Team, 30 Min, Kurzspielfilm, 2008)

Salford, Nordengland 1971. George Khan ist stolzer Besitzer eines Fish’n’Chips-Ladens und ebenso stolzer Pakistani. Seine sieben Kinder nennen ihn ‘Dschingis’, was durchaus nicht immer liebevoll gemeint ist. Denn Despot George versucht mit strenger Hand, seine Nachkommen zu guten Moslems zu erziehen. Meistens werden seine Züchtigungsversuche jedoch schon im Ansatz von seiner englischen Frau Ella zunichte gemacht. Sie hat bei aller Liebe zu ihrem Mann nämlich schon erkannt, dass die Moderne nicht mehr aufzuhalten ist…

Alice ist 16, als sie von ihrer Mutter in ein katholisches Mädchenheim abgeschoben wird. Wie apathisch erträgt sie dort die Schikanen ihrer Zimmergenossinnen. Ihr hypersensibles Gehör ist symptomatisch für ihren Rückzug nach innen: Alice nimmt Geräusche bedrohlich laut wahr. Nur das kurdische Mädchen Berivan, das auf den positiven Bescheid seines Asylantrags wartet, wirbt um das Vertrauen des schweigsamen Mädchens. Als sich beide für einen Fechtkurs anmelden, spiegeln ihre ersten ungelenken Schritte in dem eleganten Kampfsport auch ihre Beziehung wieder, die zwischen Angriff und Verteidigung, Zuneigung und gekränktem Stolz wechselt. Trotz aller Gegensätzlichkeit freunden sich die beiden an, doch wächst auch die Angst vor Verlust. Als Berivan sich in Ilir verliebt, fühlt sich Alice ausgegrenzt. Sie reagiert mit Drohungen und Aggressionen, bis die Situation schließlich eskaliert.

Mitte der achtziger Jahre wurden tausende äthiopischer Juden aus sudanesischen Flüchtlingslagern nach Israel ausgeflogen. In den Wirren der Rettungsaktion trennt sich eine Mutter von ihrem 9jährigen Sohn, damit er überleben kann. Sie – eine äthiopische Christin – gibt ihn als Juden aus und schickt ihn nach Israel. Dort gilt er als Waise.

Schlomo wächst in Tel Aviv auf, stets in Sorge, dass er das Land verlassen muss, wenn jemand erfährt, dass er kein Jude ist. Selbst seiner jüdischen Adoptivfamilie gibt er sein Geheimnis nicht preis. Hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Identitäten fühlt er sich einerseits als Äthiopier und Christ, andererseits auch als Jude und gewinnt sogar ein Streitge- spräch über die Tora. So wächst er heran, lernt die Liebe kennen, das Judentum, die westliche Kultur, aber auch rassistische Vorurteile und den Krieg. Eines Tages wird er sein Geheimnis preisgeben. Denn nie wird er seine ursprünliche Identität vergessen: Ein Äthiopier, der überlebt hat.

Angie ist eine Individualistin und steht mitten im Leben. Taff, schlagfertig, attraktiv und selbstbewußt lebt in ihr der Unternehmergeist einer liberalen Wirtschaftswelt. Als sie ihren Job in einer Personalvermittlung verliert, läßt sie sich nicht beirren und beschließt, ihre eigene Agentur auf die Beine zu stellen. Sie steigt ein ins Geschäft mit Gastarbeitern aus Osteuropa. Doch hier ist das Geschäftsklima rau, sind Gesetze nur zum Übertreten da. Zusammen mit ihrer Freundin Rose verschafft sie legalen und illegalen Einwanderern Arbeit — wenn auch nur für einen Tag. Doch der Erfolg macht hungrig und Angie ist bereit, für den nahenden Durchbruch alles aufs Spiel zu setzen. Sie verliebt sich in Karol aus Polen und gerät unversehens zwischen die Fronten aus Wirtschaftsbossen, Menschenhändlern und aufbegehrende Arbeitern. Als sich eines Tages ein Unternehmen in Luft auflöst, muss Angie einer aufgebrachten Masse Rede und Antwort stehen. Doch sie ist entschlossen, diesmal nicht leer auszugehen: Für ihr Glück ist sie bereit, alles zu tun und riskiert dabei das eigene Leben und das ihres Kindes.

Schnelles Dribbling, nach links antäuschen und … Tor! Die 18jährige Jess zeigt ihren Freunden beim Kicken im Park, dass Fußball schon lange keine Männerdomäne mehr ist. Ihre Eltern dürfen allerdings nichts davon wissen. Denn die beiden traditionsbewussten Inder haben andere Pläne für ihre Tochter: Jess soll erst einen netten indischstämmigen Mann heiraten und dann Jura studieren. Doch sie träumt davon, einmal an der Seite von David Beckham zu spielen. Bei einem ihrer geheimen Fußballspiele im Park trifft sie auf Jules, die sie überredet, heimlich bei den “Girls-Kickern” mit zu trainieren. Jess’ Doppelleben fliegt auf, als ihre Schwester Pinky mitten in turbulenten Hochzeitsvorbereitungen steckt. Und dann gibt es da noch den Trainer Joe, der den Mädchen den Kopf verdreht, woraufhin Jess’ Vater mehr als nur ein Stoßgebet zum Familienheiligen schickt.

Die 20-jährige Marisa ist Teil einer rechtsradikalen Jugendclique in einer ostdeutschen Kleinstadt im ländlichen Raum. Ihr Leben ist geprägt von Hass auf Migranten, Juden, die Polizei und eigentlich jeden, der nicht in ihr Weltbild passt. Körperliche Gewalt spielt eine zentrale Rolle im Alltag der Clique, der auch ihr Freund Sandro angehört. Nachdem die Gruppe an einem Badesee die beiden afghanischen Asylbewerber Jamil und Rasul fremdenfeindlich beschimpft und erniedrigt, entsteht ein Streit, in dessen Folge Marisa Jamil und Rasul mit ihrem Auto rammt und Jamil schwer verletzt. Nicht zuletzt auch weil Rasul danach in dem örtlichen Supermarkt, in dem Marisa zusammen mit ihrer Mutter als Kassiererin arbeitet, auftaucht, um Essen bittet und ihr seine hilflose Lage schildert, bekommt sie Gewissensbisse und beginnt, Rasul zunächst mit Essen und einem Schlafplatz sowie später auch in dessen Vorhaben, zu seiner Familie nach Schweden zu fahren, zu unterstützen. Parallel zu Marisas allmählichem Ausstieg aus der Szene findet dagegen die 15-jährige, aus bürgerlichem Haus stammende Svenja verstärkt Anschluss zur rechten Szene, lernt Marisa auf einer Neonazi-Party kennen und ist ab diesem Zeitpunkt akzeptiertes Mitglied der rechten Clique. Marisa, die ihr von Hass und Gewalt dominiertes Umfeld und ihre patriarchal geprägte Beziehung zu ihrem Freund immer mehr in Frage stellt, bleibt schließlich nur die Wahl eines plötzlichen und radikalen Bruchs mit ihrem ehemaligen Leben.

Gemeinsam mit ihrer Familie ist die 16-jährige Swetlana von Kasachstan nach Duisburg gezogen. Die fremde Umgebung in Deutschland, die Resentiments, die sie als Russlanddeutsche erfährt, verunsichern sie ebenso wie die Fremdheit, die sie sich selbst gegenüber fühlt. Sie ist kein Kind mehr, will sich abgrenzen von den Eltern und ihrem kulturellen Umfeld und weiß zunächst doch nicht genau, was sie will. Erst langsam gewinnt Swetlana Vertrauen zu sich selbst und ihren Gefühlen. Zwar steht die Entwicklung Swetlanas im Mittelpunkt, doch der Film zeigt weitaus mehr. Wie sich Menschen in einem fremden Land arrangieren, wie sie darum kämpfen, einen neuen Weg zu finden oder auch scheitern, das wird in vielen Facetten gezeichnet.

Bilal, ein 17-jähriger Kurde aus dem Irak, landet als Flüchtling in Calais. Sein eigentliches Ziel ist London: Dort will er seine heimliche Liebe Mina treffen, die mit ihrer Familie emigriert ist. Doch sein Versuch, im Transporter eines Flüchtlingsschleppers als geheime Fracht nach England zu gelangen, scheitert; sie werden erwischt. Bilal gibt nicht auf, er entwickelt einen neuen Plan. Wenn nicht per Schiff, so will er es selbst versuchen, den Kanal zu überqueren. Er beginnt Schwimmunterricht zu nehmen. Täglich besucht er das örtliche Hallenbad, um zu trainieren. Die Begegnung mit dem Schwimmlehrer Simon erweist sich als schicksalhaft. Zunächst nur, um seiner Exfrau zu imponieren, nimmt sich dieser dem Jungen an. Bald jedoch entwickelt sich eine vertrauensvolle Beziehung zwischen ihnen, die Simon in große Schwierigkeiten bringt.

Die sechsjährige Winky Wong zieht mit ihrer Mutter zum Vater, der in Holland ein chinesisches Restaurant eröffnet hat. Alles ist hier anders als in ihrer Heimat China: Die Menschen sehen anders aus und sprechen eine merkwürdige Sprache. Die Eltern sind sehr tradtionsverbunden und stehen möglichen neuen Freundschaften der Tochter sehr vorsichtig gegenüber. Am liebsten verbringt Winky daher ihre Zeit bei Tante Cor und Onkel Siem, die in der Nachbarschaft eine Reitschule betreiben. Als ihr Lieblingspferd, die altersschwache Sara, eingeschläfert werden muss, ist Winky zunächst sehr traurig. Doch dann hört sie in der Schule vom Nikolaus, und dass man sich von ihm etwas wünschen kann. Kurzerhand wünscht sich Winky ein Pferd. Tatsächlich kommt der Nikolaus auf einem weißen Pferd in die Schule geritten …

Die achtjährige Marjane wächst während der Herrschaft Schah Mohammad Reza Pahlavis behütet in Teheran auf. Als der Schah ins Exil geht und die Islamische Republik ausgerufen wird, empfinden sie und ihre Familie Aufbruchstimmung, zumal der Onkel Anouche, ein Kommunist, aus dem Gefängnis entlassen wird. Begeistert spielt Marjane das politische Geschehen mit ihren Freunden auf der Straße nach, sie selbst sieht sich als Prophetin, die mit Gott in Kontakt steht. Doch als die neuen Machthaber ihre gesellschaftlichen Vorstellungen in praktische Politik umsetzen, empfinden Marjane und ihre Familie das Leben im Iran immer bedrückender. Marjane erträgt, unterstützt von ihrer willensstarken Großmutter, nur widerwillig die Repressalien, sie hört heimlich Hard Rock und trägt eine Punk-Jacke. Als der Onkel wegen seiner kommunistischen Vergangenheit von den neuen Machthabern hingerichtet wird und Teheran im Golfkrieg gegen den Irak bombardiert wird, beschließen Marjanes Eltern, sie ins Lycée Français de Vienne nach Österreich zu schicken.