“Alles Porno, oder was?” – Jugendsexualität und Neue Medien

Gelungene Fachveranstaltung mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern an der TU Ilmenau

Es wird angenommen, dass es sich bei knapp einem Drittel des weltweiten Internet-Traffics um Daten pornografischen Inhalts handelt. Dabei ist solches Bild- und Videomaterial jedoch nicht nur erwachsenen Nutzern zugänglich, sondern häufig auch für Kinder und Jugendliche ohne Einschränkungen abrufbar. Die Folgen und möglichen Probleme dieses ungehinderten Zugangs zu pornografischen Daten sowie die Bedeutung der Neuen (Online)Medien bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in puncto Sexualität, stellten den Schwerpunkt der Fachtagung “Alles Porno, oder was?” am 23. September 2015 an der TU Ilmenau dar. In zwei Impulsvorträgen und insgesamt fünf Workshops zum Thema Jugendsexualität und Neue Medien wurden den 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern pädagogische Orientierungshilfen an die Hand gegeben und Handlungsoptionen für die erzieherische Praxis aufgezeigt. Die Tagung wurde in Zusammenarbeit vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, dem Erfurter Netcode e.V., der Thüringer Landesmedienanstalt, der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V., der Technischen Universität Ilmenau und dem Landesfilmdienst Thüringen e.V., Zentrum für Medienkompetenz und Service veranstaltet.

Das Programm
Den Auftakt der Tagung bildeten die Vorträge von Prof. Dr. Frank Schwab (Universität Würzburg), der sich der Frage widmete, wie Kinder und Jugendliche mediale Darstellungen von Sexualität verarbeiten, und von Prof. Dr. Nicola Döring (TU Ilmenau) zum Thema “Sexualbezogene Online-Kommunikation unter Jugendlichen”. Daran anschließend stellten sich die Vortragenden den Fragen des Publikums. Am Nachmittag wurden die Impulse aus den beiden einführenden Präsentationen in 5 verschiedenen Workshops vertieft. Eva Borries von der Universität Koblenz-Landau klärte in ihrem Workshop über Sexting unter Jugendlichen auf, stellte unterschiedliche pädagogische Handlungsoptionen vor und diskutierte diese mit den Teilnehmenden des Workshops. In Workshop 2 “Sexualerziehung in der pädagogischen Praxis – Erfahrungen und Methoden aus der geschlechtersensiblen Jugendsozialarbeit” teilten Katja Schürer und Ilja Sokolowski von JuMäx Jena e.V. ihre Erfahrungen aus der sexualpädagogischen Praxis mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Thomas Podhostnik von medienblau (Leipzig) stellte in Workshop 3 “Let’s talk about Porno” Arbeitsmaterialien zum Thema Pornografie für Schule und Jugendarbeit vor. Die in Zusammenhang mit pornografischen Darstellungen im Internet wichtige Thematik des Kinder- und Jugendmedienschutzes wurde in Workshop 4 von Dr. Daniel Hajok beleuchtet. In Workshop 5 “medienbewusst.de: Wie kann sexualbezogene Medienkompetenz gefördert werden” diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit dem Team des Onlineportals www.medienbewusst.de Gefahren und Potentiale der Neuen Medien. Unter Moderation von Prof. Dr. Martin Geisler (Ernst-Abbe-Hochschule Jena) resümierten Referentinnen und Referenten sowie  Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Inhalte der Fachtagung. Zum Ausklang der Veranstaltung gab es für die Teilnehmenden die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen auch persönlich mit den Referentinnen und Referenten sowie untereinander ins Gespräch zu kommen, Ideen und Erfahrungen auszutauschen.

Weitere Informationen zu den Impulsen aus den beiden Einführungsvorträgen sowie den Workshopinhalten bietet die Pressemitteilung der Thüringer Landesmedienanstalt.