Das 30. Internationale Filmfestival von Busan ist mit frischem Elan eröffnet worden. Erstmals präsentiert es einen vollwertigen Wettbewerb und rückt dabei erneut die Kraft des Kinos in den Mittelpunkt. Für deutsche Filmfans, die Asiens kreative Szene verfolgen, bietet die diesjährige Ausgabe einen seltenen Einblick in die Vielfalt und Tiefe regionaler Erzählkunst.
Im neuen Wettbewerb laufen 14 Filme, darunter vier südkoreanische Produktionen. Thematisch reicht das Spektrum von Teenager-Schwangerschaft und Medienzensur über häusliche Gewalt bis hin zu Pandemieängsten. Sechs Beiträge stammen von Regisseurinnen, fünf sind Debütfilme – ein klares Bekenntnis des BIFF zu neuen Stimmen. Eine siebenköpfige Jury unter Vorsitz des renommierten koreanischen Regisseurs Na Hong-jin kürt die Gewinner, wobei der Siegerfilm am 26. September das Festival beschließen wird.
Highlights beim BIFF
Zu den Höhepunkten zählt Shu Qis Regie-Debüt Girl, ein Coming-of-Age-Drama, sowie Spying Stars des sri-lankischen Regisseurs Vimukthi Jayasundara über eine Wissenschaftlerin, die einem mysteriösen Ausbruch nachgeht. Koreanische Beiträge wie En Route To und Seven O’Clock Breakfast Club for the Brokenhearted nehmen soziale Tabus und emotionale Resilienz ins Visier.
Am Eröffnungsabend wurde außerdem die taiwanische Filmlegende Sylvia Chang mit dem BIFF × CHANEL Camellia Award für ihr fünf Jahrzehnte umfassendes, wegweisendes Schaffen vor und hinter der Kamera geehrt.
Zusätzlich feierte das Festival die Premiere von Time of Cinema, einem zweiteiligen Projekt über die anhaltende Magie des Kinobesuchs. Die Regisseure Lee Jong-pil und Yoon Ga-eun erinnern mit ihren Kurzfilmen daran, dass Kinosäle mehr sind als bloße Leinwände – sie schaffen gemeinsame Erlebnisse und bleibende Erinnerungen.
Gemeinsam zeigen das Wettbewerbsprogramm, die Würdigung Sylvia Changs und die Premiere von Time of Cinema, dass das BIFF auch in Zeiten dominierender Streaming-Anbieter mutiges Erzählen fördern und den kulturellen Wert des Kinos verteidigen will.