Europäische Regisseur:innen und Produzent:innen trafen sich in Erfurt, um über Kinderfilm zu diskutieren

Am 27. und 28. Juni 2024 wurde Erfurt in Thüringen zum Treffpunkt des 4. European KIDS Regio Forums. Mehr als 80 Fachleute aus 24 Ländern kamen zusammen, um über den Zustand des europäischen Kinderfilms zu diskutieren. Mit seiner langen Geschichte und starken kulturellen Identität bot Thüringen die ideale Kulisse für Gespräche darüber, wie regionales Kino künftig eine größere Rolle auf dem Kontinent spielen kann.

Forschung zum jungen Publikum

Eröffnet wurde das Forum mit einer Keynote von Rikke Flodin von PUBLIKUM.io, die Ergebnisse der Studie „Keeping Up With Children as Audience“ vorstellte. Auf Basis von Interviews mit Kindern im Alter von 7 bis 11 Jahren aus zwölf europäischen Ländern zeigte die Untersuchung, wie wichtig es für Kinder ist, ihre eigene Kultur auf der Leinwand wiederzuerkennen. Filme, die kulturelle Identität respektieren, stärken das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Gemeinschaft und ermöglichen es gleichzeitig, dass Geschichten über Grenzen hinweg wirken.

Politische Debatten im Brüsseler Kontext

Pauline Durand-Vialle, Geschäftsführerin der Federation of European Screen Directors (FERA), sprach über das politische Klima in Brüssel und die Auswirkungen der Europawahlen auf die Filmpolitik. Sie betonte, dass Entscheidungen auf EU-Ebene in den kommenden Jahren darüber bestimmen werden, wie kulturelle Vielfalt, Förderung und der Zugang zu Kinderfilmen unterstützt werden.

Ihre Session erinnerte daran, dass Lobbyarbeit in Brüssel die Chancen von Filmschaffenden in ganz Europa – auch in Regionen wie Thüringen – direkt beeinflusst.

Filmemacher:innen rufen zur Zusammenarbeit auf

Der Slowene Klemen Dvornik, Mitglied des FERA-Vorstands, hob den Wert solcher Treffen für Regisseur:innen und Produzent:innen hervor. Er unterstrich, dass der Kinderfilm sowohl starke kreative Stimmen als auch solide Branchennetze braucht. Die Teilnehmenden tauschten Ideen zu Finanzierungsfragen, Distribution und Möglichkeiten aus, das Bewusstsein bei Publikum und Politik gleichermaßen zu schärfen.

Brücken in die Zukunft bauen

Zum Abschluss stand die Kooperation im Mittelpunkt. Das Motto „Building Bridges“ fasste den Geist der Veranstaltung zusammen: Länder, Regionen und Fachleute zu verbinden, um dem europäischen Kinderkino eine stärkere Zukunft zu sichern. Für Thüringen bedeutete das Forum einen weiteren Schritt auf dem Weg zum kulturellen Knotenpunkt und zeigte, dass regionale Filmindustrien einen spürbaren Beitrag zur kulturellen Identität Europas leisten können.